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Bienen-2024

Unser Bienenprojekt - Jahresrückblick 2024 -

In kleinen Schritten, aber dennoch voran – ein Jahresrückblick auf unsere Bienen im Pfarrgarten

Ende letzten Jahres hatte sich ein kleines, aber feines Trüppchen zusammen getan und gemeinsam beschlossen, sich aktiv um Honigbienen im Pfarrgarten zu bemühen. Damit wir einmal einen Überblick bekommen sollten, wieviel Aufwand hinter so einem Projekt steckt, wurde gemeinsam entschieden, dass wir in diesem Jahr nur einem kleinen Volk beim Aufbau helfen, aber es sollte auch möglichst so aufgezogen werden, dass es sich selbst versorgt und somit keine Honigernte möglich sein würde.

Das JAM wurde im Projekt mit einbezogen, in dem dort alle Vorarbeiten, wie das Bemalen der Beute oder das Einlöten der Mittelwände an einem Nachmittag gemacht wurden. Danach kam jedoch etwas Unruhe auf, da man sich immer wieder fragte, wann ziehen denn die Bienen bei uns ein? Am 13. April 2023 holten wir etwa 1000 Bienen in einer Zarge ab und platzierten diese im Pfarrgarten. Aber Moment einmal, wo war die Königin? Wir bekamen zwar ganz frische Brutwaben, aber von einer Königin keine Spur. Das Volk macht sich selbst die Königin. Mit einem speziellen Futtersaft (Gele Royal), den nur die Ammenbienen herstellen können, wurde eine unbegattete Königin herangezogen. Diese Königin verlässt für ihren Hochzeitsflug dann das Volk und wenn sie nicht von Vögeln oder anderen Räubern gefressen wurde, kehrt diese heim. Jetzt hieß es für uns Ruhe bewahren und der Natur ihren freien Lauf lassen. Wir waren alle gespannt, als wir am 14. Mai dann das Volk das erste Mal geöffnet haben, es wäre gut möglich gewesen, dass das Volk zu diesem Zeitpunkt tot gewesen wäre. Aber allen Unkenrufen zum Trotz, wir fanden sie: unsere Chiara die Erste. Damit war die erste Hürde genommen und unser Volk konnte stetig wachsen.

Ab jetzt war es von Nöten, dass wir pünktlich nach 7 Tagen immer das Volk durchschauen mussten. Es spielte dabei auch keine Rolle, ob das Wetter mitspielte oder wir Schwierigkeiten hatten den Termin einzuhalten. Wir haben es geschafft trotz Osterferien, Sommerferien, Krankheit oder anderen persönlichen Problemen oder Ereignissen uns jede Woche zu treffen, so dass jede Woche nach dem Volk geschaut wurde. Wir lernten das Volk zu beurteilen, die Rähmchen zu ziehen, nach ungewöhnlichen Dingen zu schauen. Aber auch zu beobachten, wann es Zeit war den Bienen mehr Raum zu geben. Wir haben kontrolliert, dass die Bienen nicht schwärmen. Wir lernten die drei  Bienenwesen (Drohne, Arbeiterin und Königin)  kennen und zu unterscheiden und vieles mehr.

So wuchs unser Volk auf ca 20.000-30.000 Bienen an.

Nach Johanni (24. Juni) bereitet sich das Volk auf den Winter vor, bald danach wird allgemein das letzte Mal geschleudert und das Volk gefüttert. In unserem Fall war ein Füttern nicht notwendig, da wir dem Volk den Honig belassen wollten. Unsere Bienen waren sehr fleißig dieses Jahr, so dass ein schöner Wintervorrat eingetragen wurde. Die nächste Arbeit, die nun zu tun war, war die Bekämpfung der Varroa Milbe. Diese Milbe stellt zur Zeit alle Imker vor extreme Herausforderungen und ist verantwortlich für einen Großteil des Völkersterbens weltweit. Die Milbe ernährt sich, indem sie die Bienenlarven bzw. Bienen aussaugt, dadurch schwächt sie die einzelnen Bienen, überträgt Viren und viele Dinge mehr. Nach der letzten Ernte ist es also Zeit einmal zu kontrollieren, ob und wie hoch die Belastung im Volk ist. Wir alle sind davon ausgegangen, dass das nicht so schlimm sein würde. Als wir die Befallsrate ermittelten war jedoch klar, wir müssen etwas tun, sonst stirbt das Volk. Wir entschieden uns zu einer Behandlung mit einer organischen Säure, die auch in der Bioimkerei zugelassen ist. Zunächst stiegen dadurch die Zahlen der Milben dramatisch an (die Toten und Heruntergefallenen wurden alle 3 Tage gezählt, über einen Zeitraum von 3 Wochen) und es wurde uns erst jetzt bewusst, wie groß die Bedrohung war. Erst Anfang Oktober waren wir sicher, dass alles geklappt hatte und die Varroazahlen unten waren. Zwischendrin bekamen wir allerdings einen riesen Schreck: Als Folge der Behandlung hatte die Königin aufgehört Eier zu legen (sie kann ja immerhin bis zu 2000 Eier pro Tag legen). Unser Volk schrumpfte sichtlich und was noch viel schlimmer wog, die Königin war auch nicht mehr aufzufinden. Sollte das das Ende des Volkes sein? An einem Nachmittag machten wir uns speziell dazu auf, die Königin zu suchen und zu finden – und fanden sie dann auch auf dem vorletzten Rähmchen der 24 Rähmchen. Die Erleichterung war groß.

Jetzt kehrt Ruhe ein im Stock, die Bienen können immer weniger fliegen, das Volk hält sich gegenseitig warm im Stock, ist aber auch auf ca. 5000 Bienen geschrumpft. Für uns gibt es zwei Hauptaufgaben am Volk zu tun. Wir müssen weiterhin die Zahl der Varroa Milben beobachten, aber auch schauen, dass genug Futter im Volk vorhanden ist. Trotzdem dürfen wir nur in absoluten Notsituationen das Volk öffnen, zu groß ist die Gefahr, dass das Volk erfriert.

Tja und dann? Ja, im neuen Jahr wollen wir eigentlich unser Volk in eine größere Beute umziehen lassen und ein zweites Volk heranziehen und wenn alles gut geht, wollen wir dann vielleicht auch unseren ersten Honig ernten….. dazu starten wir in vielen Dingen wieder von Neuem (Beute anmalen, Rähmchen einlöten).

Wollen Sie nicht mitmachen? Menschen, die ein wenig Verantwortung für dieses Stückchen Natur übernehmen wollen sind herzlich willkommen in dieser kleinen Gruppe, die gerne noch wachsen möchte.

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Aktuelle Projekte

Bienenprojekt

Gerade angelaufen ist unser neustes Projekt. Dieses beinhaltet die Ausbildung von ehrenamtlichen ImkerInnen. Ziel ist es in unserem Pfarrgarten einen oder zukünftige mehrere Bienenstöcke zu halten. Neben der Produktion von pfarreigenem Honig, möchten wir mit dem Projekt auf die Arten- bzw. Insektenvielfalt hinweisen. Gemeinsam mit dem Jugendhaus am Martinshof (JAM), den umliegenden KiTas und Schulen möchten wir den Kindern vor Ort die Thematik näherbringen. Wir freuen uns schon sehr Ihnen die Resultate des Projektes präsentieren zu können.