Gemeinschaft der Gemeinden

Rheydt West

 

Pfarre Herz Jesu

Statistik 2020

 

In jedem Frühjahr wird im Pfarrbrief die kirchliche Statistik für unsere Gemeinschaft der Gemeinden veröffentlicht. Statistiken helfen, Entwicklungen zu erkennen, die man nicht nur zur Kenntnis nehmen sollte. Sie dienen auch dazu, etwas zu verändern, wenn die Notwendigkeit unübersehbar ist. Was muss sich in der Pfarre Herz Jesu tun, im Blick auf die uns vorliegenden Zahlen?

Im Vergleich zu 2019 ergaben sich Unterschiede und Abweichungen durch die Corona Pandemie. Man kann also nicht den Schluss ziehen auf eine abkehrende Bereitschaft, sich kirchlich trauen und Kinder taufen zu lassen, wenn man feststellt, dass nur drei Paare geheiratet haben (2019: 12) und in 2020 21 Kinder weniger getauft wurden als im Vorjahr (2019: 57). Dennoch sinkt die Zahl der Trauungen und der Taufen. Das ist schon Ausdruck einer nachlassenden Verbindung mit der Kirche, die sich kurzfristig nicht stoppen lässt. Die nachrückenden Generationen sind nicht mehr stark im Glauben und seinen Ausdrucksformen verwurzelt. Trotz dieser schon lange zurückgehenden Bindung haben sich in drei Gottesdiensten am 8. November 2020 37 Jugendliche firmen lassen. Das sind 11 mehr als im Vorjahr. Sicher ist es nicht nur die familiäre Erwartung, die da hinter steckt. Da treffen junge, heranwachsende Menschen bewusst eine für sie ehrliche Entscheidung.

In 2020 wurden in unserer Pfarre 135 Mitmenschen zu Grabe getragen. In 2019 waren es 117. Sie haben wir verloren.

Verloren haben wir in 2020 auch 32 Katholiken, die ihre Mitgliedschaft zur Kirche aufgegeben haben. 2019 waren es 68. Also 50 Personen im 2-Jahres-Durchschnitt. 

Warum verlassen diese Leute unsere Kirche? Sind sie sich bewusst, welche Auswirkungen dies hat? Alle Ausgetretenen werden angeschrieben und ihnen ein Gespräch angeboten. Dazu kommt es nicht. Kommt das Angebot zu spät? Andererseits kann man fragen: Wieso bleibt man noch Mitglied der Kirche, die andere hinter sich gelassen haben? Das würd ich gerne auch wissen. Vielleicht käme dabei stärker heraus, was die Menschen schätzen an der Arbeit, die an der Basis geleistet wird. Und dass die großen, bedauerlichen Skandale doch nicht so ausschlaggebend sind. Jedenfalls zählte unsere GdG 2019 8.664 und 2020 8.529 registrierte Mitglieder.

Für Viele ist der jährlich Anfang Januar stattfindende Besuch der Sternsinger wichtig. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind 2020 von Haus zu Haus gezogen um den Segen zu bringen. Keiner wusste, dass es der Segen für ein von der Pandemie beeinflusstes Jahr werden würde. 2020 konnte das stolze Ergebnis des Vorjahres fast erreicht werden (2019: 18.780,56€). Leider fiel der Dankeschön-Ausflug für alle Beteiligten aus. Vielleicht können wir das aber im Laufe des Jahres nachholen. Alle anderen Kollektenergebnisse lassen sich wegen Corona nur bedingt mit den Zahlen des Vorjahres vergleichen. Besonders gelitten haben in 2020 die großen Hilfswerke wie Misereor (4.088,12€), Renovabis (728,30€) und Missio (553,09 €). Deshalb möchte ich an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern danken, die dennoch bereit waren, ihre Gabe einzubringen für die unterschiedlichsten Zwecke, zu denen auch die Sternsingeraktion dieses Jahr gehört. Immerhin können ca. 5.506,23 € an das Kindermissionswerk in Aachen weitergegeben werden.

Für alles Mögliche gibt es eine Statistik. Zahlen werden in Tabellen eingetragen, um den Ist-Stand festzustellen oder einen Trend zu ermitteln. Aber Daten sagen nicht alles. Daten können nicht alles erfassen. Wie viele Menschen in unserem Stadtteil tatsächlich an Gott glauben und ihm ihr Vertrauen schenken kann keine Statistik be- bzw. widerlegen. Wir können nur ungefähr erfassen, wie viele Menschen ihre persönliche Hoffnung zusammen mit anderen in unseren Gemeinden sichtbar zum Ausdruck bringen. Ob das Herz dann jedes Mal aufrichtig dabei ist? In den ersten Jahren nach dem Krieg waren die Kirchen sonntags zur Messe voll besucht. Wenn Alle aus innerster Überzeugung die Messe mitgefeiert hätten, wäre das heute noch der Fall. Von Zahlen, besonders von imposanten Ergebnissen, darf man sich nicht täuschen lassen. Quantität und Qualität sind nicht deckungsgleich. Und vor Gott zählen oft mehr die stillen Gesten der Güte, das bescheidene Opfer und ein wahrhaftiger Beter, als ein Hochamt voller Leute, die Sonntag und Alltag schön voneinander trennen.

Das war in den vergangenen Jahren so. Das wird in 2021 so sein und in Zukunft bleiben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Jahr 2021.

 

Michael Schicks

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