Gemeinschaft der Gemeinden

Rheydt West

 

Pfarre Herz Jesu

Pfarrfahrt nach Kirchmöser bei Brandenburg
vom 1.10 -6.10.2017

Bei unserer diesjährigen Pfarrfahrt ging es wieder in den Osten Deutschlands zu dem kleinen Ort Kirchmöser, in der Nähe der Stadt Brandenburg gelegen.


Es ging fast direkt nach dem Erntedankgottesdienst im Schmölderpark am 1.10. 2017 von "Herz Jesu" mittags mit dem Bus los. Der mittlerweile uns ans Herz gewachsene Busfahrer "Heinz" brachte uns sicher und relativ flott, an vielen Autoahnstaus vorbei, am Abend in die Familienferienstätte St.Ursula Kirchmöser, die einer katholischen Stiftung gehört. Die Zimmer waren schnell verteilt, dann trafen wir uns in einem schönen, am See gelegenen Glaspavillon zum Abendessen und zum gemütlichen Beisammensein. Hier verbrachten wir jeden Abend unseren Absacker, wer dazu noch Lust hatte. Die Familie Kriesel, die das Ferienhotel leitet, hat uns sehr zuvorkommend aufgenommen und die ganzen Tage aufs Beste für uns gesorgt.

Die Ferienanlage St.Ursula liegt direkt am Kirchmösersee mit eigenem Strand und jeden Morgen trafen wir uns in der eben-falls dazugehörenden modernen Kapelle zum Morgengebet vor dem Frühstück. Diese Kapelle ist auch die Pfarrkirche von Kirchmöser und der dortige Pfarrer muss am Sonntag etwa 25 - 30 km zur nächsten Kirche fahren (Diaspora!).
Der ersteTag ging zu der Stadt Stendal. Unsere Stadtführerin begleitete uns durch ihre Stadt, berichtete von der Geschichte und Bedeutung im Mittelalter und zeigte uns die beiden imponierenden Kirchen St. Nikolaus und Ratskirche. Welch schöne Hochgotik mit den großen Farbfenstern, zum Schwärmen! Absolut sehenswert! Nach dem Mittagessen bei Frau Winkelmann, einer richtig lustigen Wirtin, die auch noch unseren Heinz zum Bus fuhr, damit wir nicht so viel laufen mussten, ging's weiter zu dem ehemaligen Kloster Jerichow, einer Romanischen Klosteranlage, Bilderbuch-Romanik! Herrliche Akustik, unglaublich schöne Kapitelle an den Säulen der Krypta.
In der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und dümpelte in den letzten Jahrhunderten so dahin, war fast schon dem Verfall preisgegeben, wurde nach der Wende aber liebevoll renoviert. Jetzt fängt Christliches Leben leise und zart dort wie-der an.
Wir konnten dort bei unserem Besuch das Singen des Evangelischen Pfarrers mit anderen Gemeindemitgliedern miterleben (Phantastische Akustik).
Anderntags Fahrt nach Potsdam mit Aussenbesichtigung des wieder aufgebauten Schlosses des Soldatenkönigs Friedrich, dem Vater des Königs „Friedrich des Großen“, dann Besichtigung des Holländischen Viertels, und nachmittags Besichtigung mit Führung von Schloss Sanssouci („Ohne Sorge“), dem Lieblingsschloss Friedrich des Großen, liebevoll vom Volk „Alter Fritz" genannt.


Es ist ein wunderbares Rokokoschloss mit der Leichtigkeit italienischer Künstler. Sehr bekannt und beliebt der treppenförmig ansteigende Garten. Oben ist das Grab des „Alten Fritz“ mit liegenden Kartoffeln auf seinem Grab. Dieser hat auch die Kartoffel eingeführt, deshalb der Name "Vom Fritz". Manche sagen auch "Pommes frites". Ha,ha!
Am Mittwoch, 4.Oktober, Fahrt nach Wittenberg. Zuerst gemeinsame Besichtigung der Schlosskirche, Gebet und ein leise gesprochenes "Vater unser" am Grab von Martin Luther. Auffallend viele Amerikanische Besucher.
Nach dem Mittagessen Besuch der Stadtkirche "St.Marien". Dabei interessante Führung mit Erklärung auch des etwas polemischen Bildes von Lucas Cranach "Im Weinberg des Herrn". In der Sonderbeilage der Rheinischen Post zum Reformationstag wurde genau dieses Bild sehr gut besprochen!
Am Donnerstag ging's nach Brandenburg mit Stadtführung und Besuch der St.Gotthardkirche und Dom.
Nach dem Mittagessen Besuch der Gedenkstätte "Altes Zuchthaus". Hier begann 1939 die systematisch organisierte Tötung "lebensunwerten Lebens" im Sinne der Nazis im Sinne eines Euthanasieprogramms der Nazis. Was wir hier erfahren mussten, war niederschmetternd. Zu was Menschen und auch dabei Ärzte fähig sind, war nicht zu fassen und kaum zu ertragen. Der Mut des Bischofs von Münster, Clemens August Graf von Galen, machte diesem schrecklichen Tun mit seinen berühmten Predigten ein Ende. Seine Argumentation trieb Hitler, Goebbels und andere Nazigrößen auf die Palme:
"Erst schickt ihr die Menschen an die Front, und wenn sie dann durch einen Kopfschuss etwas seltsam geworden sind, dann bringt man sie wie die anderen Epileptiker und Verwirrten durch eine Spritze oder Gas um".
Die Nazis hörten sofort mit dem Euthanasieprogramm auf.
Sie nahmen sich vor den Kardinal, der wegen seiner mutigen Predigten mittlerweile weltweit bekannt war, nach dem "Endsieg" umzubringen, zu diesem Zeitpunkt trauten sie sich das noch nicht.
Am Freitag 6.10.17 fuhren wir wieder nach Hause.
Fazit:
Wie alle bisherigen Reisen mit unserer Pfarre war auch diese gut geplant, harmonisch, unglaublich informativ, eine Bereicherung für alle, die dabei waren.
Danke besonders an die Organisatoren und auch an alle, die dabei waren.

Danke, Ihr oder Euer Georg Ladenburger

 

 

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